Herzog Maschinenbau in Neunkirchen/Saar

 

Im Jahr 2019 hatte ich erstmals die Gelegenheit, Fotos im von Wolfram Herzog (Enkel des Firmengründers) liebevoll gepflegten Maschinenbau-Betrieb aufzunehmen. Das aufwändig restaurierte und denkmalgeschützte Firmenfahrzeug, ein VW T1 aus dem Baujahr 1959, hatte zu der Zeit ein NK-Kennzeichen, weil es noch nicht wieder möglich war, es mit der originalen OTW-Nummer entsprechend der Erstzulassung zu registrieren.

 

Im Juli 2024 durfte ich außer in der Maschinenbauhalle, wo sämtliche Maschinen nach wie vor funktionsfähig sind, auch im darüber liegenden Teile- und Werkzeuglager fotografieren und mir im Wohnhaus die originalen Büromöbel und -accessoires des Firmengründers ansehen.

 

Nachfolgend einige Textpassagen, die auf der Webseite “herzog-maschinenmuseum.de” zu finden sind:

 

„Philipp Herzog gründete durch eine Gewerbeanmeldung, datiert auf den 18. Juni 1929, einen zunächst als Fahrradreparaturgeschäft bezeichneten Handel, welcher nach und nach zu einem Fahrradneuhandel, dann zu einem Taxameterbetrieb, einem Kfz-Reparaturbetrieb, kurzzeitig sogar mit angeschlossenem Marken-Kfz-Autohaus (BMW), und schließlich dann bzw. parallel dazu zu einem Maschinenbaubetrieb umfirmiert wurde und sich ab 1939 am heutigen Standort befand.

 

Die Produktpalette beinhaltete mehrfach kombinierte Kreissägen (erweitert durch Bohr-, Fräs-, Hobel- und/oder Schleiffunktion), Einzelfunktionsmaschinen der genannten Arten, aber auch Bandsägen und Drechselbänke. Darüber hinaus war die Firma auch immer durchgehend als Zulieferer und Teilebearbeiter für den saarländischen Bergbau und den örtlichen Anlagenbau (Rohrleitungsbau) tätig.

 

Für die letztgenannte Branche fertigt der heutige Inhaber, der Enkel des Firmengründers, als Ein-Mann-Betrieb (aufgrund berufsgenossenschaftlicher Einschränkung) immer noch Einzelteile bzw. Kleinserien, wenn auch nur noch als Teil- bzw. Nebenerwerb.

 

Die Firma steht seit 2010 unter Denkmalschutz und ist seit 2014 Mitglied im Saarländischen Museumsverband.

 

Verschiedene Gründe führten zum nahezu unveränderten Zustand des Erstinventars über drei Generationen von Betreibern:

In der ersten Generation: Sparsamkeit und unternehmerischer Starrsinn.

In der zweiten Generation: Ratlosigkeit nach plötzlicher Erbübernahme, nachdem man teilweise beruflich bereits anderweitig orientiert war und deswegen weiteres Laufenlassen eines provisorischen Nebenerwerbs ohne größere Neuinvestitionen.

In der dritten Generation: Erkenntnis des historischen Wertes, Liebe zum unveränderten Erbe und erneut unternehmerischer Starrsinn!"